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Strukturreform in Sachsen - Wie weiter?

Viel Unruhe gibt es in den Gemeinden unserer Landekirche seit einiger Zeit. Erneut steht eine Strukturreform an, mit der auf die sinkende Gemeindegliederzahl unserer Kirche reagiert soll. Konkret bedeutet dies, dass weitere Stellen bei Pfarrern, Gemeindepädagogen und Kirchenmusikern eingespart werden. Die Reduzierung der Stellen im Verkündigungsdienst soll 2019 mit einer Kürzung um über neun Prozent beginnen. Sechs Jahre später soll der nächste Einschnitt um zehn Prozent erfolgen. Eine weitere Kürzung um über elf Prozent ist 2030 geplant. Dabei hält die Kirchenleitung an dem volkskirchlich geprägten Konzept fest, dass es bei allen Kürzungen keine “weißen Flecken” kirchlicher Versorgung in Sachsen geben soll.

Welche Auswirkung hat die Reform auf bestehende Gemeinden?

Die Kirchenbezirke und Gemeinden sind angehalten Regionen zu bilden, die eine Größe von etwa 8.000 Gemeindegliedern zu bilden. Damit soll erreicht werden, dass nicht alle paar Jahre eine neue Struktur gefunden werden muss und diese Regionen auch dann noch Bestand haben, wenn die Gemeinden im Jahr 2040 auf ca. 60% ihrer heutigen Größe geschrumpft sein werden.

Dabei sollen keine neuen Schwesterkirchverhältnisse mehr entstehen, sondern statt dessen mehr Kirchgemeinden fusionieren oder Kirchspiele bilden.

Und wir?

Seit einiger Zeit zerbrechen sich die Kirchenvorstände den Kopf darüber, wo und wie man mit Nachbargemeinden zusammengehen kann und wie das Gemeindeleben mit immer weniger Mitarbeitern organisiert werden soll. Besonders viel wurde über die Frage diskutiert, ob man sich schwerpunktmäßig in Richtung Meißen oder Nossen orientiert.

Die erste Auswirkung dieser erst ab 2019 gültig werdenden Reform spüren wir schon jetzt in unserer Lommatzscher Schwesternschaft. Die 2015 freigewordene Pfarrstelle in Leuben-Ziegenhain-Planitz wurde nicht mehr ausgeschrieben und muss nun dauerhaft von Zehren her versorgt werden. Damit wurde die Pfarrstelle Zehren praktisch halbiert. Wenn 2019 diese Kürzung amtlich wird, werden wir mit weiteren Kürzungen im Bereich der Kirchenmusik, der Gemeindepädagogik und der Verwaltung rechnen müssen, denn diese werden nach der Zahl der Pfarrstellen berechnet.

Gemeinde bauen mit immer weniger Mitarbeitern  geht das denn?

Wie kann Kirche mit viel weniger Geld und Personal lebendig bleiben? Wie soll gerade in unserer Gegend die Vielzahl der Dörfer betreut werden, wenn Gemeindearbeit auf wenige Zentren reduziert wird?

Berechtigte Sorgen werden in diesem Zusammenhang von allen Seiten geäußert. Aber wir können nicht die Augen davor verschließen, dass es nicht möglich ist, mit immer weniger Geld so weiter zu machen, wie bisher. Doch meine ich, dass wir deshalb nicht verzagen müssen. Denn auch in solchen Lagen lässt sich Kirche bauen und christlich leben. Dazu mögen veränderte Strukturen beitragen, aber auch neue Ideen und Konzepte sind gefragt.

Hauptamtliche Mitarbeiter werden für die Gemeinden immer wichtig bleiben. Doch steht oder fällt die Gemeinde Jesu Christi mit allen Menschen, die zu ihr gehören. Gemeinde wird dort bestehen bleiben, wo Menschen dies wollen und sich engagiert dafür einsetzen. Leider hat sich in großen Teilen (Gott sei Dank nicht in allen Teilen)  unserer Schwesternschaft eine große Gleichgültigkeit gegenüber den Veranstaltungen ihrer Gemeinde breit gemacht. Wo Gemeindeleben nur noch aus einem kleinen Kreis Senioren besteht, Gottesdienste wegen mangelnder Beteiligung ausfallen, Kinder und Jugendliche in den Familien nicht mehr ermutigt werden die Angebote der Kirche wahrzunehmen, die Kirchen nur noch Heilig Abend besucht werden und auch sonst nur noch dann wahrgenommen wird, wenn die Glocken zur falschen Zeit oder nicht läuten oder auf dem Friedhof das Gras zu hoch steht, da ist der Untergang der Gemeinde schon besiegelt.

Wie wichtig ist mir meine Kirche?

Unsere Kirchen sind oft die einzige bestehende Institution in unseren Dörfern. Ihr Bestand ist gefährdet, nicht weil das Geld fehlt, sondern weil sie vielen, die sich Christen nennen, offensichtlich egal ist. Ohne Not geben wir hier jahrhundertalte Traditionen auf, für die es keinen gleichwertigen Ersatz gibt.

Die Verantwortung dafür, wohin sich unsere Kirche entwickelt, lässt sich nicht auf “die da oben” abschieben. Ob unsere Gemeinde lebendig bleibt oder irgendwann eine unbedeutende Filiale einer Stadtgemeinde sein wird, hängt von Ihnen ab, liebe Gemeinde, davon, wie wichtig Ihnen Ihre Kirche ist.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und gute Gedanken für unsere Zukunft


Ihr Pfarrer A. Sureck

 
 
 
 
Unsere Gottesdienste


SOMMER DER BEGNUNG


Sonntag, 23. Juli
9.00 Uhr   Frühstück auf dem Kirchhof Ziegenhain
10.00 Uhr Gottesdienst in Ziegenhain

Freitag, 28. Juli
19.30 Uhr   Chorkonzert in Lommatzsch

Sonntag, 30. Juli
14.00 Uhr   Gottesdienst in Neckanitz, im Anschluss Kaffeetrinken

 

  



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