800 Jahre Striegnitz

16.-18.Juni 2006

Ev.-Luth.Kirche Striegnitz

  

 

*  800 Jahre Striegnitz

*  Historisches und Musikalisches aus Striegnitz und Umgebung (Broschüre)

*  Dokumente zu 800 Jahre Striegnitz (Broschüre)

*  Geistliches Wort zur Eröffnung am 17.Juni 2006

*  Festgottesdienst 18.Juni 2006

*  Jubelkonfirmation 2008

 


800 Jahre Striegnitz     16.-18.Juni 2006

Vom 16.-18. Juni 200 feierte Striegnitz sein 800-jähriges Bestehen. Angeschlossen hatten sich die Orte Altsattel, Barmenitz, Grauswitz, Trogen und Roitzsch, mit denen Striegnitz insbesondere durch die kommunalen und landwirtschaftlichen Strukturen der letzten 40 Jahre stark verbunden war. Ein Festkomitee aus den beteiligten Orten hatte für die Zeit vom 16.-18.Juni ein Festprogramm zusammengestellt, an dem auch die Kirchgemeinde Dörschnitz-Striegnitz beteiligt war.  Drei Veranstaltungen fanden in Verbindung mit der Kirchgemeinde Dörschnitz-Striegnitz statt.

·      Sonnabend, 17.6.2006 - 14.00 Uhr Feierliche Eröffnung der 800-Jahr-feier im Festzelt

·      Sonntag, 18.6.2006 - 14.00 Uhr Festgottesdienst zur 800-Jahrfeier in der Kirche Striegnitz (zugleich Jubelkonfirmation)

·      Samstag, 10.6.2006 – 17.00 Uhr Historisches und Musikalisches aus Striegnitz und Umgebung

Im Zusammenhang der 800-Jahrfeier erschien eine Broschüre mit Dokumenten, Materialien und Bildern zur Geschichte von Striegnitz.

 

800 Jahre Striegnitz - Musikalisch-historischer Abend

Von Musikern und Gelehrten Historisches und Musikalisches aus Striegnitz und Umgebung

Sonnabend - 10.Juni 17.00 Uhr Ev.-Luth. Kirche Striegnitz

Musik:              Sophie Lippold (Violine)

Juliane Kinke (Querflöte)

Ralph-Ingo Ebert (Tasteninstrumente)

Sprecher:          Steffen Stolz 

 

Programm:

 

Begrüßung

 

Choralbearbeitung  „Erschienen ist der herrlich Tag“ 

Johann Hermann Schein (1586 – 1630)

(1586 Grünhain – 1630 Leipzig ; 1613 Hofkapellmeister in Weimar ; 1615 Thomas-Kantor in Leipzig)

 

Der Paltzschener See, Bartholomäus Rülich (1555-1626)  - Wortbeitrag

 

Trio-Sonate G-Dur für Querflöte, Violine u. Basso continuo

Largo – Allegro moderato - Alla breve

Johann Gottlieb Graun  (1703 –1784)

(1703 Wahrenbrück – 1771 Berlin ; 1740 Konzertmeister der Kgl. Hofkapelle in Berlin)

 

Die Familie Graun, Christian August Frege (1759-1834) – Wortbeitrag

 

Sonate Es-Dur

Adagio - Allegro non molto - Allegro

Carl Heinrich Graun (1704-1759)

(1704 Wahrenbrück – 1759 Berlin ; 1740 Kapellmeister der Kgl. Hofkapelle in Berlin)

 

Maria Sophia v. Reichenbach (1652-1718) und ihre Schulstiftung von Mehltheuer

Christoph Dietrich v. Bose  (1664-1741) Aufstieg und Fall eines adligen Rittergutsbesitzers

 

Choralbearbeitung  - instrumental

Johann Hermann Schein (1586 – 1630)

 

Zur Veranstaltung ist eine Broschüre mit weiteren Aufsätzen zur regionalen Geschichte erschienen:

Steffen Stolz: Zwischen Keppritz und Jahna – Historische Biographien und Geschichten aus Dörschnitz, Striegnitz, Mehltheuer und Seerhausen, Hrsg. in Zusammenarbeit mit dem Pfarramt Dörschnitz-Striegnitz, 102 S. München 2006

Die Broschüre ist in 3.Auflage erschienen und sofort lieferbar

(Preis ca. 4,50 Euro Bestellungen an: Tel.: 035247 / 50010,  Fax: 035247 / 50015 Pfarrer Nitzsche email: kirche-doerschitz@t-online.de)

 

Inhalt:

·         Ein heiliger See, ein slawisches Götterbild und die bestraften Schatzgräber von Dörschnitz

7- 11

  • Bartholomäus Rülich (1555–1626) : Eine Erinnerung aus Anlaß seines 450. Geburtstages

12-24

  • Künstler & Gelehrte : Über Caspar Graun in Striegnitz und einige seiner Nachfahren

25-33

  • Caspar Heinrich Graun (1659–1710) und die Anfänge der Daleminzien-Forschung

34-42

  • Maria Sophia Freifrau von Reichenbach (1652–1718) und ihre Schulstiftung in Mehltheuer

43-56

  • Christoph Dietrich Freiherr von Bose (1664–1741) : Aufstieg und Fall eines adligen Rittergutsbesitzers

57-66

  • Daniel Wilhelm Triller (1695–1782) : Ein Dichter zu Besuch in Seerhausen und die Folgen

67-76

  • Gottlieb Israel Musculus (1675–1724) : Ein gelehrter Übersetzer im Striegnitzer Pfarrhaus

77-82

  • Christian August Frege (1759–1834) : Astronom, Botaniker und Pfarrer in Striegnitz

83-94

  • Anekdoten, Legenden, Geschichten:

- Ein Räuberstück im Großholz

- Der preußische König und die Frösche von Dörschnitz

- Ein findiger Bauer in Dörschnitz

- Bartholomäus Marb erlebt den Dreißigjährigen Krieg in Dörschnitz

- Ein Striegnitzer wird Königlich-Sächsischer Staatsbeamter

95-100

Literatur

101-102

 

Broschüre: Dokumente zu 800 Jahre Striegnitz

Wir haben eine Druckerei gefunden, die auch eine kleine Auflage (10, 20 Stück usw.) unserer Festschrift druckt. Zum Preis  von 8,00 Euro können wir die Festschrift (135 Seiten, Klebebindung, Broschiert) abgeben. Interessenten melden sich bitte bei Pfarrer Nitzsche (Tel.: 035247 / 50010,  Fax: 035247 / 50015 email: kirche-doerschitz@t-online.de). Es sind momentan noch 8 Exemplare vorrätig. Eine Nachauflage ist nicht ausgeschlossen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Seite

01 - Vorwort zur Erforschung der Geschichte um Striegnitz

(Pfarrer Burkhard Nitzsche, Frau Ilka Biewald 2006)

3

02 - Geschichtliche Entwicklung unserer Gemeinde

6

03 - Striegnitz in Zahlen

9

04 - Die Striegnitzer Kirche

14

05 - Schule und Kindergarten

19

06 - Freiwillige Feuerwehr Striegnitz

26

07 - Gewerbe und Besitztum 1925

30

08 - 1953 - Entstehung der Gemeinde Striegnitz und die Orte

31

08 - Altsattel

32

08 - Barmenitz

34

08 - Grauswitz

36

08 - Roitzsch

38

08 - Striegnitz

41

08 - Trogen

44

08 - Wüste Mark Wilschwitz

52

09 - Bürgermeister ab 1945

53

10 - Alteingesessene Bauerngeschlechter in unserer Gemeinde

54

11 - LPG - Helmut Just Striegnitz

55

12 - Einwohner unseres Dorfes

56

13 - Lageplan des Ortes

58

14 - „Die Parochie Striegnitz mit Mehlteuer“ – Neue Sächsische Kirchengalerie (Pfarrer Richard Schütze 1902) + Sachsens Kirchengalerie 1836 (Faksimile)

62

15 - Vortrag 750 Jahre Striegnitz

(Dr. Gottfried Schille 31.12.1955)

68

16 - Festschrift „Aus der Geschichte der Striegnitzer Kirche“

(Pfarrerin Brigitte Schleinitz 1992)

74

17 - Deutsche Kirche im Sorbenland - Heimatliche Kirchengeschichte im Hohen Mittelalter (Prof. Karlheinz Blaschke, 4.6.2005)

82

18 - Vorgeschichte und Fundstellen im Raum Striegnitz

(Dr. Michael Strobel, 2006)

91

19 - Die Matrikel von 1575 – ältestes Personenverzeichnis zu Barmenitz, Mehltheuer, Striegnitz, Trogen und Roitzsch

(Pfarrer Burkhard Nitzsche 2006)

97

20 - Wer waren meine Vorfahren? – Was sagen dazu die Kirchenbücher? (Pfarrer Burkhard Nitzsche 2006)

100

21 - Die Kirchenbücher von Striegnitz und Mehltheuer

(Pfarrer Burkhard Nitzsche 2006)

104

22- Familiennamen aus Barmenitz, Mehltheuer, Striegnitz und Roitzsch (Pfarrer Burkhard Nitzsche 2006)

108

23 - Die Gefallenen des 1.Weltkrieges nach den Nachrichten der Kirchfahrt Striegnitz – Mehltheuer 1914 - 1918

116

24- Die Gefallenen des  2.Weltkrieges

119

25 - Urkundenbuch der Stadt Meißen und ihrer Klöster (1205)

122

26 - Urkundenbuch der Stadt Meißen und ihrer Klöster (1206) – Päpstliche Bestätigung

127

27 – Was sonst noch passierte

129

28 – Eine bunte Fotosammlung

130

 

aktualisiert: 28.3.2007 (4)

 

Rückblick:

Eröffnung 800-Jahrfeier Striegnitz,

Striegnitz, Sonnabend den 17.Juni 2006 14.00 Uhr Festzelt

 

Festliches Stück                                   Posaunenchor Lommatzsch

 

Eröffnung(                                           Herr Christian Lau

Begrüßung der Gäste

Dank an Sponsoren und Helfer

Posaunenstück                                     Posaunenchor Lommatzsch

 

Grußwort der Bürgermeisterin               Bürgermeisterin Anita Maaß

 

Geistliches Wort                                  Pfr. Burkhard  Nitzsche

 

Liebe Striegnitzer, liebe Gäste,

 

Der Anlaß, daß wir in diesem Jahr 800 Jahre Striegnitz feiern, hat damit zu tun, daß es hier nachweislich seit 800 Jahren Christen gibt. Menschen, die in guten und in schweren Zeiten ihren Halt bei Gott gesucht haben.

 

In Urkunden des Jahres 1205 und 1206 wird Striegnitz als Dorf genannt, daß das Meißner Augustiner-Chorherren-Stift St.Afra durch  Abgaben unterstützt. Das heißt, daß es zu diesem Zeitpunkt hier eine Gemeinde, einen Pfarrer und vermutlich auch eine kleine bescheidene Holzkirche gab.

 

800 Jahre Striegnitz. Das heißt: Seit 800 Jahren gibt es hier Christen. Die längste Tradition an diesem Ort überhaupt hat damit der Glaube, das Vertrauen auf Gott. Es ist doch auch gut, daß nicht eine Schlacht, ein Krieg oder ähnliches Anlaß ist, sich auf 800 Jahre Geschichte zu besinnen, sondern die Tatsache, daß Menschen etwas gefunden haben, was ihnen Vertrauen, Halt und Orientierung gegeben hat.

 

Die Zeiten haben sich verändert. Die Christen sind eine Minderheit in der Bevölkerung geworden und eine globalisierte Welt greift inzwischen auch in das Leben des letzten Dorfes ein. Aber noch immer steht in diesem Ort eine Kirche. Und noch immer suchen Menschen nach etwas, was ihrem Leben Halt gibt.

 

HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses

und den Ort, da deine Ehre wohnt. Ps. 26,8

heißt es im 26.Psalm

 

Menschen brauchen Orte, mit denen Sie so etwas wie Heimat verbinden. Orte, an die Sie gern und immer wieder zurückkehren. Orte, die sinnstiftend wirken.

 

Über den Ort Striegnitz und die damit verbundenen Orte, die heute mit uns zusammen feiern, ist in den 800 Jahren, die wir heute überblicken, geschichtlich alles hinweggerollt, was es in der Geschichte Sachsens gab. Es gab Jahrzehnte und Jahrhunderte, in denen das Leben der Bewohner fast unverändert von Generation zu Generation verlief, in denen die Erfahrung der Älteren für die nachfolgende Generation vollen Bestand hatte, wo Bauern, Landarbeiter, Handwerker, Schullehrer und Pfarrer ein in sich ruhendes Leben führten. Ein Leben, das mit harter Arbeit verbunden war, in dem man die Schönheit und die direkte Abhängigkeit von der Schöpfung Tag für Tag erlebte.

 

Über diese Orte sind die Katastrophen jeder Zeit hinweggerollt. Mißernten, Unwetter, Seuchen, Kriege mit plündernden Soldaten. Über diese Orte haben die jeweiligen geistigen und politischen Größen ihrer Zeit ihren Einfluß ausgeübt: Grundherren, Gerichtsherren, sächsische Kurfürsten und Könige, Reichstagspräsidenten (Bismark, Hindenburg usw.), Reichsstatthalter (Mutzschmann). Ministerpräsidenten (Seydewitz, Grotewohl) Staatsratsvorsitzende (Ulbrich, Honecker) und heute ist es zum Glück ein legitim und demokratisch gewählte Regierung.

 

Viele der politischen und geistigen oder ideologischen Größen sind gekommen und auch wieder gegangen. Manches, was 1000 Jahre oder ewig dauern sollte, hat sich zuweilen  als kurzer schlimmer Spuk in der Geschichte erwiesen.

 

Die Menschen sind hier ihrer Arbeit nachgegangen, haben ihre Felder und Gärten bestellt, ihre Tiere versorgt, ihr Handwerk betrieben, haben in den umliegenden Dörfern und Städten in ganz verschiedenen Berufen gearbeitet und hier an diesem Ort gewohnt.

 

Und immer in diesen 800 Jahren hat eine Kirche in diesem Ort gestanden, viele fanden in ihr Ruhe. Hier haben sie miteinander gesungen, gehört und gebetet. Und mancher wird aus Erschöpfung auch eingeschlafen sein. Hier sind die Kinder der Orte getauft worden, die Brautpaare getraut und die Menschen dieses Dorfes zu Grabe zu getragen worden.

 

Deshalb gehört auch ein Gottesdienst, wie wir ihn morgen feiern, in dieses Fest. Jede Zeit ist herausgefordert, Grundlagen für das Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft zu finden. Als Kirchgemeinde stehen wir da nicht am Rande und bringen ein, was wir an gelebten Glauben von unseren Väter und Mütter im Glauben vererbt bekamen und mit eigenem Leben füllen.

 

800 Jahre Striegnitz muß nicht heißen, daß wir uns gegenseitig kräftig auf die Schultern schlagen und uns darin bestärken, was wir doch für tolle Leute sind. Denn die Menschen an diesem Ort haben schon so manche Erfolgsbilanz verkauft bekommen, die am Ende in tiefe Enttäuschung und Resignation umgeschlagen ist.

 

800 Jahre Striegnitz kann eher heißen: Schauen wir uns um und schauen wir uns in die Augen, wo uns diese Vergangenheit und Tradition Mut, Kraft und Gelassenheit gibt. Wer auf Zeiträume von einigen hundert Jahren zurückblicken kann, der hat keinen Grund, vor mancher Schwierigkeit und Herausforderung, die sich heute stellt, den Kopf hängen zu lassen, sondern sie mutig anzunehmen. Und dabei ist eine Dorfgemeinschaft, die das miteinander versucht, eine großer Schatz.

 

Ich wünsche Ihnen und mir viele gute Entdeckungen und Begegnungen an diesem und den kommenden Tagen.

Vielen Dank.

 

Grußwort                                             Herr Leder

Posaunenstück                                     Posaunenchor Lommatzsch

 

Erinnerung an Gefallene                        Herr Christian Lau

 

Posaunenstück                                     Posaunenchor Lommatzsch

 

Hinweis auf das weitere                        Herr Christian Lau

Festprogramm             

 

Festgottesdienst 800 Jahre Striegnitz und zugleich Jubelkonfirmation

Sonntag, 18.6.2006 Ev.-Luth. Kirche Striegnitz 14.00 Uhr

 

13.50 Treffen der Jubelkonfirmanden vor der Kirche, Feststellung der Teilnehmer

Einzug unter Glockengeläut und Orgelvorspiel (Gemeinde erhebt sich)

 

Einzug unter Orgelvorspiel                                                        Herr Busch

 

Begrüßung                                                                             Pfr. Nitzsche

 

Liebe Gäste, die Sie aus Anlaß der 800-Jahrfeier von Striegnitz und aus Anlaß ihres Konfirmationsjubiläums heute unter uns sind,

Liebe Striegnitzer,

Liebe Gemeinde,

 

Das sind schöne und große Tage für unseren klein Ort Striegnitz und die mit ihm verbundenen Nachbarorte Altsattel, Barmenitz, Grauswitz, Roitzsch und Trogen, in denen wir auf 800 Jahre Striegnitz zurückschauen und dies miteinander feiern. So etwas passiert nicht alle Tage. Viel ist für diese Tage an Aktivitäten und Ideen gelaufen und auch wenn sonst die kleinen Dörfer in der Lommatzscher Pflege allzu schnell übersehen werden könnten, sind es doch erstaunliche Dinge, die sich hier tun und getan haben.

 

Begrüßen möchte ich die vor 50 Jahren hier Konfirmierten. Von 23 Konfirmanden Ihres Jahrgangs konnten wir 17 erreichen, von denen 10 heute unter uns sind.  Herzlich  willkommen.

 

Begrüßen möchte ich die Sängerinnen und Sänger des Volkschor „Eintracht Dörschnitz 1893 e.V.“, die diesen Gottesdienst mit einer Reihe von Liedern ausgestalten und bereichern.

 

EG 331, 1-3  Großer Gott, wir loben dich                               Orgel / Gemeinde

 

Eingangsliturgie A

 

Kyrie

 

Gott,

wir sehen zu oft nur die dunklen Seiten unseres Lebens und unserer Zeit.

Wir übersehen die kleinen Dinge, an den wir uns freuen können,

Wir übersehen die Menschen, die uns gut gesonnen sind.

wir vermuten hinter zu vielen ungute Absicht.

Und so gegen wir oft an einem Segen und deiner Gegenwart vorüber.

Mach uns sehend, Gott!

 

Kyrie eleison

 

Gott,

wir hören oft nur die lauten Stimmen:

die Werbung, den Jubel der Fans, die griffigen Parolen,

die schrillen Töne.

Wir überhören deine Stimme im Wiegen der Blätter,

im Rauschen des Windes

in der Stimme des Fragenden

im stillen Schweigen einer Kirche

Mach uns hörend, Gott!

 

Kyrie eleison

 

Gott,

wir übersehen oft deinen Segen, der uns an vielen Stellen begegnet

in den Menschen, die du uns an die Seite gestellt hast

in der Schöpfung, an der wir uns freuen können

in der guten Worten und schöne Musik und vielem anderen.

Öffne unsere Sinne, Gott!

 

 

Kyrie eleison

 

 

Gloria

 

Gott, wir danken wir für deinen Segen

Was wären wir, Gott,

ohne dich?

Ohne deine sichere Führung auf all unseren Wegen?

Ohne dein wachsames Auge über all unseren Taten?

Ohne dein gutes Geleit an allen Tagen unseres Lebens"?

 

Laudate omnes gentes

 

Gott, wir danken dir für deinen Segen.

Auf Schritt und Tritt lässt du uns spüren, wie wichtig wir dir sind.

Wir warten nicht auf den Zufall.

Wir trachten nicht nach dem Glück.

Wir berufen uns nicht auf das Schicksal.

Wir vertrauen auf dich und darauf,

dass du uns segnest.

 

Laudate omnes gentes

 

Gott, wir danken wir für deinen Segen.

Ihn können wir erleben in der Geschichte,

mit der du unsere Dörfer und unsere Kirche geführt hast

Ihn können wir erleben in der Hoffnung,

die du in uns immer wieder wachsen läßt.

Ihnen können wir spüren

in den neuen Anfängen, die unter uns aufbrechen.

 

Laudate omnes gentes

 

 

Lesung  Römer 11, 33-36

 

„Heiterkeit und leichtes Blut“ Kanon                                     Volkschor Dörschnitz

(W.A.Mozart, KV 507, Wien 1786)

 

EG 139, 1-3 Gelobet seit der Herr                                          Orgel  / Gemeinde

 

Glaubensbekenntnis                                                                             Gemeinde

 

„Brüder reicht die Hand zum Bunde“                                    Volkschor Dörschnitz

Worte: J.G. Hientzsch (1787-1856)

Musik: W. A. Mozart 1756-1791

 

Predigt (Eph. 1, 3-6)              

 

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gäste, liebe Striegnitzer

liebe Gemeinde!

 

Wann haben Sie das letzte mal jemand aus tiefsten Herzen ihre Anerkennung ausgesprochen und ihn gelobt oder wann sind Sie das letzte Mal ehrlich gelobt worden? Liegt es ein paar Stunden zurück, oder Wochen oder Tage, oder können Sie sich gar nicht mehr daran erinnern?

 

Wann und wo haben wir Grund, jemand zu loben oder werden selbst gelobt? Loben finden wir in der Regel nur in Ordnung, wenn es ehrlich ist. Lobhudelei, Lobreden, das Schönreden von eigentlich traurigen Zuständen sind uns noch in allzu guter oder schlechter Erinnerung, wenn wir etwa an die Zeiten der DDR denken. Da wurden auch die schlimmsten Verhältnisse noch schöngeredet. Das Lob wurde zur Lüge.

 

Richtig loben kann ich nur den oder das, was ich kenne. Denn Lob ist Anerkennung. Und Anerkennung tut gut. Lehrer loben gute Schüler und hoffentlich auch schlechte, wenn sie sich verbessern. Vorgesetzte loben fähige Mitarbeiter. Verliebte ma­chen sich Komplimente. Eltern loben ihre Kinder.

 

Lob versteht sich auch nicht von selbst, weil es konkret sein muß. Ei­nem Pianisten, dem gesagt wird, er habe „schön gespielt“, wird dieses Kompliment nichts geben. Ganz anders verhält es sich, wenn ihm gesagt wird: „Wie Sie in der Schlusscoda die Leitmotive gegeneinander geführt haben - das war atemberaubend.“

 

Lob ermutigt, richtet auf, gibt neue Ideen. Politiker sind gut beraten, wenn Sie die Leistungen ihres Landes, der Menschen in den Dörfern und Städten anerkennen und sie somit ermutigen: Ihr seid auf dem richtig Weg ! Macht weiter so! Ihr dürft stolz sein.

 

Aus dem vorhin gehörten, sehr kompakten Bibeltext will ich nur einen Satz herausgreifen: Gelobt sei Gott, der uns gesegnet hat. Wenn wir als Kirchgemeinde auf 800 Jahre Striegnitz zurückblicken und wenn das mit uns die Einwohner und Gäste dieses Dorfes tun, dann können wir diesen Satz erst einmal nur dick unterstreichen. Gelobt sei Gott, der uns gesegnet hat. Daß es hier nach 800 Jahren immer noch Christen gibt, Menschen, die bei Gott, im Glauben und in der Gemeinschaft Halt und Orientierung suchen und finden, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern immer noch ein Wunder. 800 Jahre Striegnitz – das sind 800 Jahre Kirche und christlicher Glaube. Damit hat die Kirchgemeinde hier die längste und beständigste Tradition.

 

Gelobt sei Gott, der uns gesegnet hat. Ich kann hier nicht die Geschichte von 800 Jahren referieren. Da hat es Jahrzehnte und Jahrhunderte gegeben, in denen Das Dorf und die Kirchgemeinde gewachsen sind und geblüht haben und da hat es Situationen gegeben, wo die Existenz des Dorfes und der Kirchgemeinde auf dem Spiel standen. Und bis zur Mitte des vergangenen  Jahrhunderts waren Dorf und Kirchgemeinde ohnehin nahezu identisch. Erst die schleichende und schließlich die durch die DDR-Ideologen systematisch betriebene Entkirchlichung haben dazu geführt, daß die Christen  heute eine Minderheit innerhalb unserer Dörfer darstellen.

 

Aber Zahlen sind nicht das Entscheidende. Als Kirchgemeinde arbeiten wir nicht für Zahlen, sondern für Menschen. Gelobt sei Gott, der uns gesegnet hat. Allein, die Tatsache, daß es hier nach 800 Jahren immer noch Christen gibt, Menschen, die den Grund, das Ziel und die Hoffnung ihres Leben bei Gott suchen und sich in ihrem Leben daran auszurichten versuchen, ist Grund, Gott dafür Danke zu sagen.

 

Und so bescheiden dieser Kirchenraum sein mag, in dem wir heute miteinander sitzen, gezeichnet von den Zeiten, die er erlebt hat, gezeichnet von den Problemen, die wir mit der Erhaltung dieses uns anvertrauten Gotteshauses haben. Eine große tröstenden und erhebende Botschaft bringt allein dieser Kirchenraum, in dem wir nicht als die ersten und vermutlich nicht als die letzten sitzen. Diese Dorfkirche ist gefüllt vom Leben der Menschen, die vor uns hier zusammenkamen. Die Bänke, die Balken, die Steine, die Fenster dieser Kirche könnten viele Geschichten erzählen.  Hier sind sie zusammengekommen, um  den Lebensanfang unter den Segen Gottes zu stellen. Aus den Kirchenbüchern wissen wir, daß es allein seit 1717   2.067 Taufen in dieser Kirche gab. Mindestens 500 Paare von den etwa 2000 Trauungen, die im Traubuch seit 1717 verzeichnet wurden, wurden hier getraut. Und von den 2.834 Verstorbenen seit 1717 kam man mindestens 1.147 mal in dieser Kirche zusammen, um Abschied zu nehmen.

 

Unsere Kirchen sind immer noch Anstöße. „Schau hin: es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als du dir vorstellen kannst.“ „Hebe deine Blick und dein Herz aus dem Grau und Grau.“ Der Kirchturm weiß auf die andere Dimension in unserem Leben hin. Es gibt nicht nur das Horizontale im Leben und in der Geschichte der Menschen. Sondern es gibt auch das Vertikale, wo Gott in unser Leben hineinspricht und wo Menschen darauf antworten – und wenn es in wortlosen Seufzern geschieht. Haben die „Menschen hier im Osten schon vergessen, daß sie Gott vergessen haben,“ wie es kürzlich der Thüringer Bischof Christoph  Kähler in einem Interview sagte (16.4.2006)?

 

Unsere Kirchen sind immer noch Anstöße. Hier wurde der Lebensanfang unter die  Geste der Taufe gestellt. Hier haben Menschen als Christen geschworen, hier haben sie den Bruch ihrer Schwüre bereut, hier haben sie ihr Glück gefeiert und ihre Niederlagen beweint, hier wurden die letzten Gebete über sie gesprochen. Eine Kirche ist nicht schon dann eine Kirche, wenn sie fertig gestellt und eingeweiht ist. Eine Kirche wird eine Kirche mit jedem Kind, das dar­in getauft ist; mit jedem Gebet, das darin gesprochen wird, und mit jedem Toten, der darin beweint wird. Sie ist kein Kraftort, aber sie wird ein Kraftort, indem sie Menschen heiligen mit ihren Tränen und mit ihrem Jubel. Wir müssen nicht ständig erklären und reflektieren. Der Raum redet zu mir und erzählt mir die Geschichte und die Hoffnung der Toten und der lebenden Geschwister.

 

Gelobt sei Gott, der uns gesegnet hat. Die Menschen in diesem Ort, nicht nur innerhalb dieser Kirche, haben in ihrem Leben ganz sicher etwas vom Segen Gottes erfahren. Sie haben Gottes Segen erlebt in ihren Familien,  wenn die Ernte eingebracht wurde oder wenn ein neues Haus gebaut wurde, wenn sie im Dorf zusammenkamen oder miteinander eine schwere Zeit durchstanden haben. Ich glaube, es würde eine lange Kette werden, wenn wir aufzählen wollten, wo Menschen den Segen Gottes erlebt haben.

 

Und da sehe ich Ihre Gesichter, die der Striegnitzer und der Nachbarorte und die der   Jubelkonfirmanden, und überlege mir: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht im Leben und im Glauben und wofür könnten Sie Gott loben, wo sie seine Nähe oder seinen Segen erfahren haben?

 

Zunächst wende ich mich einmal an die Jubelkonfirmanden. 1941/42 geboren begehen Sie heute das Goldene Konfirmationsjubiläum. Dörschnitz und Striegnitz waren zum überwiegenden Teil der Ort Ihrer Kindheit. Aber eine ganze Zahl von Ihnen ist noch in der alten Heimat der Familie in Ostepreußen, Schlesien oder Ungarn geboren und dann als kleine Kinder noch mit auf die Flucht gegangen, in den Jahren 1945 bis 1947 etwa. Die Nachkriegsjahre haben sie geprägt. In mancher Familie ist der Vater aus dem Krieg oder der Gefangenschaft nicht zurückgekehrt. Da war eben eine Mutter die alleine durch diese Zeit hindurchkommen mußte, für ihre Versorgung und Erziehung sorgen mußte und es war nicht so einfach zusagen: Gelobt sei Gott, weil er uns gesegnet hat. Vielleicht war deshalb der Segen bei der Konfirmation 1956 – neben allem Kindischen, was zu diesem Alter bis heute noch dazugehört – eben doch eine Vergewisserung, eine Wertschätzung: Du bist jemand und du bist ein Kind Gottes. Du gehst mit dem Segen Gottes deinen Weg. Ganze fünf Jahre blieben noch, dann war Deutschland durch die Berliner Mauer endgültig geteilt und es stand fest, auf welcher Seite des Eisernen Vorhang man wohl sein Leben führen würde. Der überwiegende Teil von Ihnen hat hier im Osten Deutschlands seinen beruflichen und familiären Weg gesucht. Wenn es im Predigttext heißt: „Denn in Christus wurden wir auserwählt schon vor der Erschaffung der Welt.“ dann würden wir das heute mit dem modernen Wort: „Wertschätzung“ wiedergeben. Bei den Menschen und bei den Dingen verweilen, die uns umgeben und sie Wertschätzen. Du bist jemand! du bist auch in Gottes Augen jemand, der ihm unerhört wichtig ist. Heute erleben Menschen ganz viel Infragestellung: Was bin ich wert? Was ist das wert, was ich in meinem Leben schaffen und erreichen konnte? Was gelte ich schon noch jetzt im Rentenalter? Gott sagt – wie in einer Liebeserklärung: Du bist mir ganz wichtig. Und  du sollst meinen Segen spüren. Heute sind Sie Rentenalter. Viele von Ihnen haben Familien gegründet, Kinder und Enkel. Und mancher kann vielleicht sagen: Gelobt sei Gott, weil er uns gesegnet hat. Davon habe ich etwas erlebt

 

Vielleicht finden Sie sich, liebe Jubelkonfirmanden, ein Stück in dem Gesagten wieder. Dabei weiß ich, daß sich 17 Lebensgeschichten nicht mit wenigen Sätzen umreißen lassen. Aber aus dem Leben zu erzählen, das ist wichtig. Der Verfasser unseres Predigttextes will ganz kompakt Erfahrungen im Glauben und mit dem Glauben weitergeben. Erfahrungen weiterzugeben, das ist nicht immer leicht. Da muß man den richtigen Ton treffen, sonst geht es schnell in Belehrende. Bei einem Konfirmationsjubiläum da schwingt schon die Frage mit, welche Erfahrungen ich mit diesem Glauben seit jener Zeit vor 50 gemacht habe und auch für ein Dorf, ein Land ist es wichtig, von Erfahrungen zu sprechen, die Mut machen

 

Gelobt sei Gott, weil er uns gesegnet hat. Diesen Satz kann man nicht pauschal und schnell unterschreiben.  Denn richtig loben kann ich nur den, den ich auch kenne, sonst ist es Lobhudelei. Wer loben will, muß konkret werden. Da kann jemand sagen: „Gott mir Mut gegeben, meine schwere  Krankheit durchzustehen. Ich  bin dankbar für jeden Tag. Da sagt jemand: Daß ich aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt bin, ist für mich heute noch ein Wunder. Da sagt jemand: Daß ich meinen Mann, meine Frau, meine  Partner gefunden habe, mit dem ich bis heute glücklich leben konnte, daß ist das größte Geschenk meines Leben.“

 

Da sagen die Menschen hier im Dorf und in den Nachbardörfern: Freilich hat sich in den  Jahrzehnten viel verändert. Aber wir haben etwas miteinander und auch für einander erreicht. das macht das Leben hier schöner und spannend.

 

Kompakt spricht der Bibeltext von den Geschenken, die Gott uns gemacht hat. Gott will keine Lobhudelei. Viel spannender ist es, es einmal konkret zu machen. Wo hat Gott mein Leben gesegnet? Wo war da die gute Hand Gottes, die mir die Richtung gezeigt hat oder die auch einfach nur dazu geholfen hat, eine schwere und dunkle Zeit zu durchstehen? Wo waren einfach die Momente, wo ich  frei und glücklich war, so daß sich auch Gott daran freuen konnte.

 

In Niedersachsen heißt es „Nicht gemeckert ist genug gelobt“. Aber damit vergibt man sich eine große Chance. Denn Loben, wo es ehrlich und konkret ist, ermutigt und befreit. Loben, Anerkennen und Wertschätzen lenkt ja weg von mir selbst und läßt mich den anderen wahrnehmen. Ein solcher Tag ruft uns viel mehr auf einmal zu ergründen, wo uns Gottes gute Hand im Leben begegnet ist und unser Leben schön und frei und glücklich gemacht hat. – Ich bin mir sicher, wenn wir ehrlich darüber nachdenken, dann werden wir mehr in unserem Leben entdecken, als wir im ersten Moment meinen. Situationen, Erlebnisse bei einen wir sagen können: Gelobt sei Gott, weil er uns gesegnet hat.

 

Ich wünsche Ihnen und uns als Gemeinde die immer neue Entdeckung, wo Gott uns in unserem Leben gesegnet hat und wir ihn deshalb dankbar und frei loben können aus tiefstem Herzen. Amen.

                                                          

EG 316, 1-3 Lobe den Herren, den mächtigen König                          Orgel / Gemeinde                    

           

Abkündigungen                                                                       

 

Ansprache an Jubelkonfirmanden (dazu alle nach vorn - Halbkreis)

           

Heute in diesem Gottesdienst erinnern wir uns daran, daß sie vor 50 in dieser Kirche konfirmiert wurden. Wir begehen diese Erinnerung im Namen Gottes, dessen Gnade und Wahrheit immer neu ist. Bei Ihrer Konfirmation haben Sie sich entscheiden als Christen in dieser Welt zu leben und den Glauben als eine Hilfe zum Leben zu verstehen.

Heute erinnern Sie sich nach einem langen Weg, der auch von vielen Fragen und  vielem Kummer durchkreuzt war. In die Fürbitte, die wir jetzt miteinander halten, schließen wir auch alles das ein, was uns im Blick auf unsere Dörfer und ihre Menschen bewegt.

 

Fürbitte

 

Danke, Gott, dass wir diesen Tag erleben. Danke für die Menschen, die uns heute begleiten,

für die Liebe und Freundschaft, die sie uns schenken.

Danke, Gott, dass wir bewahrt wurden in manchen Gefahren. Vertrauen zu dir hast du in uns geweckt.

 

Wir bitten dich für jede und jeden von uns, die diesen Tag nicht mehr erlebt haben:

Lass sie in deinem Frieden ruhen und unseren Herzen nahe bleiben. Wir rufen:

Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten dich Gott: segne uns und laß uns zum Segen werden

für alle,

die mit uns in unseren Dörfern leben, daß wir das Gemeinsame entdecken und fördern,

daß wir uns mit Achtung und Anerkennung begegnen Im blick

auf die Leistung oder das Schicksal des anderen. Wir rufen zu dir:

Herr erbarme dich.

 

Gott segne uns und laß uns zum Segen werden für alle,

die sich von ihrer Vergangenheit nicht lösen können

und sich von ihren Erinnerungen lähmen lassen,

indem wir ihnen zeigen welche Möglichkeiten vor ihnen liegen,

und sie mitnehmen auf dem Weg in die Zukunft.

 

Gott segne uns und laß uns zum Segen werden für alle,

denen es nicht gelingt, mit den Anforderungen des Alltags zurecht zukommen, indem wir Ihnen helfen,

Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden und sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

 

Gott segne uns und laß uns zum Segen werden für alle,

die verzweifelt sind und nicht mehr weiterwissen,

weil sie von einem schweren Schicksalsschlag heimgesucht worden sind,

indem wir ihnen zuhören und mit ihnen reden und  ihnen mit Worten und Gesten wieder Mut machen.

Wir rufen zu dir:

Herr erbarme dich.

 

Gott segne uns und laß uns zum Segen werden für alle,

die nach einem  Halt in ihrem Leben suchen

und die dich suchen, Gott, und nach dir fragen,

indem wir ihnen von unserer Hoffnung erzählen

und mit ihnen einen Weg in die Zukunft gehen,

wo du uns dein Segen erwartet. Amen.

 

Übergabe der Urkunden unter Nennung der Namen und Sprüche

 

Vorname

Name

Geburtsname

Spruch

Bibelstelle

Rita

Kunze

Bletsch

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.

 

Offbg. 3,20

Wolfgang

Rußeck

 

Gib mir, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen.

 

Spr. 23,26

Renate Karin

Rühle

Dehnke

Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

 

Matth. 5,8

Gerda

Rußeck

Enskat

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

 

1. Petr. 5,7

Herbert

Schaaf

 

Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.

 

Jes. 40,31

Günther

Schattries

 

Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

 

1.Kor. 3,11

Hannelore

Fischer

Peters

Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.

 

Ps. 103,8

Ulrich

Fichter

 

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat.

 

Ps. 103,2

Ursula

Gräfe

Buchholz

Bleibe fromm und halte dich recht; denn einem solchen wird es zuletzt gutgehen.

 

Ps. 37,37

 

Segenswort an die Jubelkonfirmanden

 

Liebe Jubelkonfirmanden!

Jesus Christus spricht:

„Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Das bedeutet:

Er will Sie begleiten auf dem Weg, den Sie von heute an weitergehen werden

- so wie er sie - spürbar oder verborgen - begleitet hat seit dem Tag  Ihrer Konfirmation.

Durch ihn, durch Christus, gebe Ihnen Gott auch in Zukunft, was er Ihnen damals zugesagt hat:

 

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe Euch seine Gnade

Schutz und Schirm vor allem Argen,

Stärke und Hilfe zu allem guten,

daß ihr bewahrt werden zu ewigen Leben.

 

Der Segen des dreieinigen Gottes

komme über euch und bleibe bei euch,

jetzt und für immer. (Friede (+) sei mit euch.

Amen.

 

„Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“                               Volkschor Dörschnitz

Worte: altirischer Segenswunsch, mündlich überliefert

Musik: Günther Schwarze 1987                     

 

EG 331, 10+11 Alle Tage wollen wir                                                   Orgel / Gemeinde

 

Nachspiel (Auszug der Gemeinde)                                                         Orgel

 

Jubelkonfirmation  23.5.2008  Ev.-Luth. Zehren Striegnitz 14.00 Uhr

13.50 Treffen vor der Kirche , Feststellung der Teilnehmer

Einzug unter Glockengeläut und Orgelvorspiel (Gemeinde erhebt sich)

(Pfarrer, Juko, KV) Jubelkonfirmanden nehmen in 1 -2 . Reihe re + li Platz

Begrüßung                                                                                          Nitzsche

Jubelkonfirmation, Konfirmationsjubiläum - Hier in unserer Gemeinde Dörschnitz-Striegnitz feiern wir das seit 7 Jahren. Vor 50 sind Sie hier konfirmiert wurden. Und seit dem ist Ihre Lebensgeschichte ganz verschieden weitergeschrieben worden. Für den einen ist der Glaube ein wichtiger Bestandteil seines Lebens geblieben. Der andere hat vielleicht Erfahrungen gemacht, die ihn zu starkem Zweifel geführt haben. Wieder ein anderer sah es nicht mehr für zeitgemäß an, sich zu Glaube und Kirche zu bekennen. Sie alle, die Sie heute gekommen sind und die, die nicht kommen konnten, haben mit dem „Ja mit Gottes Hilfe“  sehr verschiedene Erfahrungen gemacht. Es ging uns darum, alle einzuladen. Es ist in diesem Sinn nicht nur ein kirchlicher Anlaß, sondern eben auch ein Tag zum Erinnern, Innhalten, Zurückschauen – und bei manchem, der zumindest von der Kirche getrennt hat, ist vielleicht auch mehr als eine Sehnsucht zurückgeblieben, so etwas wie einen Halt oder eine innere Linie in seinem Leben zu haben. Es wird spannend sein, auch darüber zu sprechen, welche Erfahrungen Sie gemacht haben.

EG 165, 1.2.6. Gott ist gegenwärtig                                                   Orgel / Gemeinde

Eingangsliturgie B                                                                              Orgel/Gemeinde

Gott, du bist uns freundlich zugewandt.

Lass uns bewahren, was gut war,

und neu ergreifen, was weiterbringt.

Wenn unser Leben in dir verwurzelt bleibt,

haben wir guten Grund zum Loben und Danken.

Dir sei Ehre in Ewigkeit.

Lesung  (Römer 11, 33-36)                                                                  Nitzsche

EG 139 , 1-3 Gelobet sei der Herr (spätere Form)                              Orgel / Gemeinde

Einleitung zum Credo                                                                         Nitzsche

Liebe Jubilare, heute erinnert ihr euch an die Konfirmation vor 50 in dieser Kirche. Damals habt ihr den christlichen Glauben bekannt, auf den ihr getauft seid. In den zurückliegenden Jahren habt ihr ganz unterschiedliche Erfahrungen mit diesem Glauben machen können. Wird er künftig ein Halt sein und euch eine lebendige Hoffnung geben? Wird er stärker sein als Zweifel und Sorgen? Wir hoffen auf Gott, dass er uns im Glauben stärkt, wenn wir bekennen:

Glaubensbekenntnis                                                                           Gemeinde

Predigt (2. Kor. 13, 11-13)                                                                  Nitzsche          

Liebe Gäste, die Sie heute als Jubelkonfirmanden unter uns sind,

liebe Gemeinde!

Vor 50 Jahren sind Sie hier konfirmiert wurden. Spätenstens auf dem Weg hierher werden Sie ei Stück Rückschau gehalten habenund wir werden dann uns auch noch ein Stück in dieser Hinsicht austauschen. Erinnerungen kommen auf, natürlich auch an die Konfirmandenzeit, an ihren Konfirmationspfarrer Dr. Gottfried Schille. Er hat später Erinnerungen aus seiner Zeit als Pfarrer von Dörschnitz und Striegnitz in seinem Buch „Ohne Gott und Sonnenschein“. Ihnen wurde damals der Segen des dreieinigen Gottes zugesprochen: „Gott Vater Sohn und Heiliger Geist, gebe dir seine Gnade, Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten.“

Heute sind Sie wieder hier. Mancher kann nicht hier sein. Mancher möchte auch nicht hier sein, weil jeder auch sehr unterschiedliche Erfahrungen mit dem Glauben, mit der Gemeinschaft der Christen gemacht hat. Heute sind Sie hier, am Sonntag Trinitatis, am Sonntag der Dreieinigkeit Gottes. Um das Geheimnis Gottes, der als Vater Gott der Schöpfer der Welt, als Sohn Bruder von uns Menschen und als Geist immer neu inspirierende Kraft für Kirche und Welt uns begegnet, geht an diesem Tag.

 

Das biblische Wort für den heutigen Tag spricht auch davon, daß Gott uns verschiedenartig, bunt begegnet. Es steht am Ende des zweiten Korintherbriefes. Paulus faßt seinen Brief von 13 Kapiteln zusammen, indem er ganz freundschaftlich ein paar Ratschläge gibt und den Christen wünscht, daß ihnen der dreieinige Gott in ihrem Leben begegnet.

 

Zuletzt, liebe Brüder, freut euch, laßt euch zurechtbringen, laßt euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So  wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! 2.Kor 13,11-13

 

11Meine Geschwister, nun freut euch, lasst euch zurechtrücken, seid einsichtig, habt dasselbe Ziel vor Augen, lebt friedlich miteinander. Dann wird Gott in Liebe und Frieden mit euch sein. (12Grüßt einander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Heiligen.) 13Die Gnade Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft der Heiligen Geisteskraft sei mit euch allen!

 

Nach ganz praktischen Hinweisen bündelt Paulus alle guten Wünsche bündeln in der dreigliedrigen Schlußformel. „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!“

 

Wo kommt der dreieinige Gott, wo kommen Gnade, Liebe und Gemeinschaft vor?

Für Sie, die Sie 1943/44 geboren wurden, viel die früheste Kindheit noch in die Kriegsszeit. Für die einen bedeutete daß Flucht, Vertreibung und den Verlust der alten Heimat. Für andere bedeute das gegen Kriegsende: die Front die durch die hiesigen Orte zog, und viel Leid mit sich brachte. Den Krieg kennen Sie mehr aus Erzählungen der Eltern oder aus dem Warten der Mutter auf das Wiederkommen des Vaters aus der Gefangenschaft als aus eigenem Erleben. 1950 eingeschult, da war die DDR gerade mal 1 Jahr alt, machte man sich daran, einen Neuanfang in den Herzen der Menschen zu setzen. Aber wie sehr das gelungen ist, ohne das Zurückliegende wirklich aufzuarbeiten und nicht nur wegzuschieben, das sollte sich erst noch zeigen. Es kam der 17.Juni und das Ausbluten des Landes. Immer mehr gingen weg. Im Jahr 1958 gärte es hier im Lande. Der kalte Krieg lief auf Hochtouren.  Immer noch verließen einzelne oder ganze Familien hier das Land. Von 1961 an war Deutschland geteilt. Wer den Osten nicht verlassen hatte, mußte sich mit den Verhältnissen hier abfinden oder sich tapfer an ihnen reiben. 1960 war dann die Zwangskollektivierung in der Landwirtschaft, die sozialistische Umgestaltung der Fabriken und Betriebe bereits geschehen. Mit dem 13.August 1961 hatte die damalige Staats- und Parteiführung gezeigt, wie sie sich die Zukunft hier vorstellt. In die frühen 60-er Jahre fiel Ihre Berufsausbildung und dann die Phase, wo man heiratet, wo die eigenen Kinder geboren werden.

Gnade, Liebe und Gemeinschaft. Wo leben wir das? Sie sind dann Ihren Weg gegangen. Familie, Kinder, die Ihre Zuwendung, ihre Liebe brauchten. Berufliche Entwicklungen. Eine Gemeinschaft neuer Menschen sollte hier im Ostern Deutschlands aufgebaut werden.

 

Sie haben ihre berufliche Laufbahn weiter verfolgt, die eignen Kinder wurden erwachsen, mancher verweist schon stolz auf seine Enkel. Aber noch immer stehen Sie voll im Berufsleben oder erleben, wie schmerzlich das ist, wenn man mit 55 Jahren nirgends mehr beruflich Fuß fassen kann. Mancher weißt stolz auf das von ihm Geleistete, sieht sich noch auf einem beruflichen Höhepunkt. Statussymbole dokumentieren, wie uns die Welt sehen soll. Und auf der anderen Seite steht die Erfahrung, daß Lebensträume zerplatzt sind, daß vielleicht die friedliche Wende im Jahr 1989 auch manche Anpassung hinterfragt hat. Die eigenen Kinder haben sich schon abgenabelt. Manchmal wird der Leistungsdruck als übermächtig empfunden.

 

Sie erwarten sich für die Jahre, die vor Ihnen liegen Glück und Erfolg und vielleicht auch das Geschenk, ihr Leben einfach zu nehmen, wie es ist. Und manches betrachten Sie vielleicht auch mit Sorge. Was kann ich, was können wir dafür tun, daß in meiner Umgebung Menschen mit Respekt, mit Achtung behandelt werden, daß es eine gutes Miteinander gibt, das was hier im Bibeltext als Gemeinschaft bezeichnet wird.? Was können wir dafür tun, daß es nicht nur das im Schlager besungene „ein bißchen Liebe“ gibt, sondern Liebe und Zuwendung, die hält und die trägt. Liebe, die eine gesellschaftliche Dimension hat als Solidarität zwischen den Generationen, zwischen den ganz verschiedenen Gruppierungen unserer Gesellschaft.

 

Sie stehen an der Wende vom Berufsleben in de Ruhestand und haben in den letzten Jahren vielleicht erlebt wie schmerzlich das ist, wenn man jenseits der 50 Jahre nirgends mehr beruflich Fuß fassen kann. Mancher weißt stolz auf das von ihm Geleistete, sieht sich noch auf einem beruflichen Höhepunkt. Statussymbole dokumentieren, wie uns die Welt sehen soll. Und auf der anderen Seite steht die Erfahrung, daß Lebensträume zerplatzt sind, daß vielleicht die friedliche Wende im Jahr 1989 auch manche Anpassung hinterfragt hat. Manchmal wird der Leistungsdruck als übermächtig empfunden.

 

Die Gnade Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft der Heiligen Geisteskraft sei mit euch allen! – wo kommt das vor, nicht nur als frommer Wunsch sozusagen!

 

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus.“ In diese Gnade ist jeder Getaufte gerufen. Gott gibt uns einen positiven Vorschuß für unser Leben und er gibt diesen Vorschuß jedem. Gnade hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern eher mit Weisheit. In unserer Gesellschaft – und bei weitem auch in anderen Zeitabschnitten, die Sie, liebe Jubelkonfirmanden erlebt haben – da scheint es, als ob nur die Starken zählen. Aber jeder Mensch ist in seinem Leben auf eine positive Zuwendung angewiesen, die er sich selber nicht erwerben kann oder konnte. Und diese Zuwendung macht uns stark für das Leben.  Stark zu werden für das Leben und Liebe, die menschliche Form der Gnade, zu erfahren, das geschah zunächst in Ihrer Familie, die Sie auf das Leben vorbereitete, in der sie aufwuchsen. Sich nicht nur zu behaupten, sondern auch dem anderen Raum zugeben, das kann auch als Erwachsener wichtig sein, im Berufsleben, in der Familie.

 

Den Schwachen stark zu machen, einem Menschen Liebe zu schenken und Gemeinschaft zu schaffen das geschah in der eigenen Ehe, in der Familie, im Heranwachsen der eigenen Kinder oder mit den Menschen, mit denen Sie zusammen lebten. Dort konnten Sie Liebe geben, Gemeinschaft stiften. Und wie sagt ein Sprichwort: „Das Alter macht barmherzig!“ Barmherzig gegenüber den eigenen Wegen und Irrwegen und den Wegen und Irrwegen anderer.

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes. Wo ist Ihnen auf Ihrem Lebensweg etwas von der Liebe Gottes begegnet?  Unsere Väter und Mütter im Glauben haben uns das aufgezeigt: Am deutlichsten sichtbar und erfahrbar ist Gottes Liebe in der Person Jesu Christi, darin, daß Gott in unsere Welt kam, um uns seine Liebe zu zeigen. Das ist sozusagen der 500-Euro-Schein der Liebe muß übersetzt, wechselt werden in kleine Münzen. Denn am deutlichsten erfahren wir Gottes Liebe durch Menschen, die uns Liebe erweisen. Und geliebte Menschen wollen davon auch etwas weitergeben. Menschen, die uns Gottes Liebe in kleiner Münze erwiesen haben, da werden Sie viele aufzählen können, die Eltern zuallererst, die Familie, Geschwister, den Mann oder die Frau, der für ihr Leben wichtig wurde, aber sicher auch Freunde und Wegbegleiter, die zu ihnen gehalten haben.

 

Und das verteilt sich auf ganz verschiedene Lebensabschnitte vor und nach dem zweiten Weltkrieg, vor und nach der Wende hier in Ostdeutschland.

 

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!“

Gemeinschaft haben Sie sicher auch ganz verschieden erfahren. In Zeiten des Nationalsozialismus wurde die deutsche Volksgemeinschaft beschworen, in der kein Platz war für andere Völker und Nationen und für Menschen, die anders waren und dachten. Und nach dem Krieg sollte hier in Ostdeutschland  eine neue Gemeinschaft herangebildet werden, Menschen eines neuen Menschenbildes geprägt werden. Aber das geschah auf den Trümmern der Vergangenheit und auch mit den inneren und äußeren Verletzungen, die aus dieser Zeit herrührten. Und die Menschen waren die gleichen geblieben. Die neue Gemeinschaft verlangte ihre Opfer, um dazuzugehören. Zur Konfirmationen 1958 da war ein Zwiespalt, in denen Sie als Konfirmanden und Ihre Eltern gestellt waren. Pfarrer Grunert in Zehren, hat das in seinen Erinnerungen festgehalten und beschrieben. Er schreibt: „Eltern und Kinder gerieten in stärkste Gewissenskonflikte. So mancher Elternabend war von Tränen begleitet, denn einerseits wollten sowohl Eltern als auch die Kinder (nur) die Konfirmation, andererseits wollte man aber auch nicht den Kindern Beruf und Zukunft verbauen.“

 

Wenn es da ein Elternhaus gab, das Rückenhalt gab, das Liebe und Vergebungsbereitschaft vorlebte, in dem man sich geborgen wußte, dann war das wohl die beste Vorbereitung auf den Weg ins Leben.

 

Inzwischen sind Jahrzehnte vergangen.

 

Gnade, Liebe und Gemeinschaft.  Das ist auch die Frage, Was kann ich, was können wir dafür tun, daß Konflikt und Friedensfähigkeit unter uns wachsen? Was können wir dafür tun, daß es nicht nur das im Schlager besungene „ein bißchen Liebe“ gibt, sondern Liebe und Zuwendung, die hält und die trägt oder die Fähigkeit, einen Konflikt fair zu beenden?

 

Vor 40, vor 50, vor 60 Jahren ist Ihnen der Segen des dreieinigen Gottes zugesprochen worden. Sehr verschieden werden Ihre Erfahrungen seitdem gewesen sein, mit der Gnade unseres Herrn Jesus Christus und der Liebe Gottes und der Gemeinschaft des heiligen Geistes, mit Gnade, Liebe und Gemeinschaft. Der Sonntag Trinitatis sagt uns: Der dreieinige Gott bleibt ein Geheimnis, aber eine farbiges Geheimnis, der in unseren manchmal grauen Alltag Farbe bringt. Die Grundlagen unseres 2000 Jahre alten christlichen Glaubens haben heute noch nicht ausgedient. Sie sagen uns, was wir brauchen, um besser, ruhiger und menschlicher zu leben in einer Gesellschaft und in einer Kirche mit einem menschlichen Antlitz. Unser Glaube, unserer Kirche hat von Gott zu reden.

-          kein gnadenloser Gott, der nur auf sein Recht und seinen Vorteil aus ist und er das deshalb auch von uns erwartet gegenüber unserem Mitmenschen.

-          kein liebloser Gott, der nur Gewinn und Existenzkampf kennt, sondern der sich hingibt, verschenkt in Jesus dem Gekreuzigten und der will, daß wir etwas von dieser Liebe weiterschenken.

-          kein einsamer Gott der Einzelkämpfer und Erfolgsmenschen, sondern ein Gott, der durch seinen Geist Gemeinschaft stiftet und schenkt.

Tag für Tag stehen wir vor der Aufgabe, dieses Geschenk neu zu entdecken und zu entfalten. Eine Aufgabe, die gelebt sein will und sich nicht in 10  Sätzen zusammenfassen läßt. Aber der dreieinige Gott ist auf diesem Weg bei uns.

-          Er läßt Gnade vor Recht ergehen. Dann wird es uns Herzensbedürfnis sein, uns für den einzusetzen, der ohne Gnade nicht zu seinem  Recht kommt.

-          Er schenkt uns jeden Tag seine Liebe in Jesus Christus. Und wer von der Liebe berührt ist, der wird davon weitergeben wollen.

-          Er stiftet Gemeinschaft in einer Gesellschaft, die das Heil im Privaten sucht und sich in der Vereinzelung des Einzelnen genug. ist.

Ich wünsche Ihnen, daß Sie in Ihrem Leben  immer wieder spüren und erfahren können von der Gnade Jesu Christi , von der Liebe Gottes und von der Gemeinschaft von Gottes gutem Geist. Amen.

EG 358, 1.2.5 Es kennt der Herr die Seinen                                       Orgel / Gemeinde

Abkündigungen                                                                                  Nitzsche

Ansprache an Jubelkonfirmanden (dazu alle nach vorn - Halbkreis)  Nitzsche / Jubelkonf.

Heute in diesem Gottesdienst erinnern wir uns daran, daß Sie vor 50 oder 60 Jahren hier in der Michaeliskirche zu Zehren konfirmiert wurden. Wir begehen diese Erinnerung im Namen Gottes, dessen Gnade und Wahrheit immer neu ist. Bei Ihrer Konfirmation haben Sie sich entscheiden als Christen in dieser Welt zu leben und den Glauben als eine Hilfe zum Leben zu verstehen.

Heute erinnern Sie sich nach einem langen Weg, der auch von vielen Fragen und  vielem Kummer durchkreuzt war, an diesen Tag und auch an Jesus Christus, der uns immer wieder zu  seinem Wort und Sakrament ruft. Gottes Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern ist alle Morgen neu.

 

Wir wollen beten:

 

Danke, Gott, dass wir diesen Tag erleben. Danke für die Menschen, die uns heute begleiten, für die Liebe und Freundschaft, die sie uns schenken. Danke, Gott, dass wir bewahrt wurden in manchen Gefahren. Vertrauen zu dir hast du in uns geweckt.

 

Wir bitten dich für unsere Kinder und Enkel, dass auch sie deine Güte erfahren und das Vertrauen zu dir in ihnen wachsen möchte. Wir rufen: Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten dich für die Menschen, die von ihrem Alter bedrückt sind, weil ihre Kräfte nachlassen und die Menschen weniger werden, die ihnen vertraut sind. Wir rufen: Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten dich für alle, die alte und kranke Menschen betreuen, dass sie immer neue Kraft erhalten und in ihrem Herzen gestärkt werden für ihren Dienst. Wir rufen: Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten dich für die, um die es still wird, weil ihre Sinne nachlassen, dass deine Liebe weiterhin einen Weg in ihre Herzen finde. Wir rufen: Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten dich für diejenigen, die sich schwer tun mit der Welt, wie sie jetzt geworden ist, und sich in ihr nicht mehr zurechtfinden, dass sie Geduld finden bei denen, die schneller sind und schneller verstehen als sie. Wir rufen:

Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten dich für jede und jeden von uns, die diesen Tag nicht mehr erlebt haben: Lass sie in deinem Frieden ruhen und unseren Herzen nahe bleiben. Wir rufen:

Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten dich für uns alle: Bringe uns zusammen. Heile die Risse, die es in uns und zwischen uns gibt, damit wir neu werden Menschen, die deine Güte loben mit ihren Gedanken, Worten und Taten, jetzt und in Ewigkeit.

Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Überreichung der Urkunden unter Nennung von Namen und Konfirmationsspruch

 

Herr

Siegward

Kühn

Kühn

13.09.1943

Dresden

50.

Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.

Matth. 11,29

Frau

Anita

Lange

Albrecht

31.07.1944

Klappendorf

50.

Weise mir, HERR, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte.

Ps. 86,11

Frau

Renate

Metze

Friedrich

14.02.1944

Lommatzsch

50.

Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

Ps. 121,7

Frau

Ingrid

Boin

Gnieser

10.11.1943

Kummien

50.

Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.

Jes. 54,10

Herr

Peter

Böhm

Böhm

20.01.1944

Königsberg

50.

Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.

Matth. 10,32

Herr

Christian

Lau

Lau

16.02.1944

Roitzsch

50.

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!

 

1. Kor. 13,13

Frau

Irmgard

Heine

Jentsch

16.05.1944

Lommatzsch

50.

Laßt uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.

 

1.Jo. 4,19

 

Segen

 

Liebe Jubelkonfirmanden!

Jesus Christus spricht:

„Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Das bedeutet:

Er will Sie begleiten auf dem Weg, den Sie von heute an weitergehen werden - so wie er sie - spürbar oder verborgen - begleitet hat seit dem Tag  Ihrer Konfirmation.

Durch ihn, durch Christus, gebe Ihnen Gott auch in Zukunft, was er Ihnen damals zugesagt hat:

 

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe Euch seine Gnade

Schutz und Schirm vor allem Argen,

Stärke und Hilfe zu allem guten,

daß ihr bewahrt werden zu ewigen Leben.

 

(Hände zum Segen erheben)

 

Der Segen des dreieinigen Gottes

komme über euch und bleibe bei euch,

jetzt und für immer. (Friede (+) sei mit euch.

Amen.

 

Die Jubelkonfirmanden nehmen Platz.

Orgelstück                                                                                         Orgel

Schlußliturgie                                                                                   Nitzsche

EG 317, 1-3 Lobe den Herren, den mächtigen König                          Orgel / Gemeinde

Nachspiel (Auszug der Gemeinde, Juko noch Foto im Altarraum)            Orgel

 

Konfirmationsjahrgang 1948

Konfirmationsjahrgang 1958

 

 

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Letzte Aktualisierung: 6.6.2009

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