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Informationen zur Kirchgemeinde - Ev.-Luth. Kirche Striegnitz |
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Ev.-Luth.
Kirche Striegnitz |
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Baugeschichte Im
1206 urkundlich erstmalig erwähnten Striegnitz wird bereits 1264 eine Kirche
verzeichnet. Die heutige Kirche geht auf einen Neubau von 1790-1792 zurück.
1888 wurde ein neuer Turm aufgesetzt. Kirchenraum Der
Saalbau des Kircheninneren wird von einer zweigeschossigen Empore an drei
Seiten des Raumes umschlossen und stammt wie der Kanzelaltar aus dem Jahr
1792. Die neugotischen Fenster sind zum Teil 1998 erneuert wurden. Die
mechanische Orgel wurde 1888 von
der Firma Keller, Ostrau gebaut. Unter der Orgelempore befindet sich eine
kleine, heizbare Winterkirche. |
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Gottesdienste 10.00 Uhr Evangelischer Gottesdienst (1 x monatlich) |
Pfarramt Die Kirchgemeinde
Dörschnitz-Striegnitz steht in einem Schwesternkirchverhältnis zur
Kirchgemeinde Lommatzsch- Neckanitz. |
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Besichtigungen Der Schlüssel für Besichtigungen ist erhältlich bei: Frau Christine Neubert, Striegnitzer Str. 14 01623 Lommatzsch Tel.. 035241/80868 |
Zuständiger Pfarrer: Burkhard Nitzsche Bergstr. 11, 01665
Zehren Tel.: 035247 / 50010 Fax: 035247 / 50015 |
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Klein und schlank, doch unübersehbar, ragt der Striegnitzer
Kirchturm aus einer Baumgruppe hervor. Schon lange prägt die Kirche
das Leben im Dorf. Dietrich II. begründete mit Zustimmung des
Domkapitels bei der Afrakirche einen Konvent der
Augustiner-Chorherren. Im Jahre 1206 wird ein gewisser Albrecht als
Pfarrer von Striegnitz genannt, weshalb man damit auch das Vorhandensein
einer Kirche annehmen muß, über deren Größe und Gestalt es allerdings keine
Nachrichten gibt. Vielleicht kann man sie sich als einfache Holzkirche
vorstellen. Man
berichtet, dass die Kirche in Striegnitz eine der ältesten im
Meißner Stift gewesen und 1346 als die zweite Tochterkirche des
damaligen Propstes in Lommatzsch zu dessen Sprengel gehört habe. Über die
Jahrhunderte bis zur Reformation fehlen jede Nachrichten zu Striegnitz. Der
erste evangelische Pfarrer von Striegnitz ist Ambrosius Rülick aus Wilsdruff.
Für die Zeit bis 1717 gibt es keine sicheren Quellen zur Striegnitzer Kirche
und Gemeinde, weil ein Brand im Jahr 1717 Pfarrhaus, Schule und Teile des
Dorfs vernichtete. Im Jahre
1789 wurde das altgewordene Kirchengebäude von Grund aus weggerissen und
der Neuaufbau von 1790 - 1792 unter der Leitung des Bürgermeisters Niese
in Strehla vollendet, während der Turm der Kirche stehen blieb. Nur der
untere Teil des Turmes soll älter sein, vielleicht 14. Jh., wie der Bau
aus Feldsteinen zeigen könnte. 1888 wurde der alte Turm abgetragen und vergrößert, so dass er
wie sein unterer Teil viereckig bis zur Spitze hinaufragt. In ihm waren
bis 1888 zwei Glocken – eine aus der Zeit um 1500 –
untergebracht. Zugleich restaurierte man die nun hundert Jahre alte
Kirche aufs beste ( Fenster mit farbigen Glas, neue Orgel, neue
Kirchturmuhr, neues Geläut). Der damalige Kirchenpatron, der
Großherzogliche Sachsens-Weimarische Geheimes Rat und Staatsminister,
Freiherr von Fritzsch, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Seerhausen,
schenkte ein vortreffliches Orgelwerk. Die neuen Glocken gegossen 1888 von G.A. Jauck in
Leipzig wogen 845, 425 und 242 kg. Die Inschriften lauteten: „Kommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken und
jauchzen dem Hort unseres Heils „ (Ps. 95,1 – große Glocke). „Selig sind die Toten, die im Herrn sterben.“
(Offbg. 14,13 – mittlere Glocke) gestiftet vom Gutsbesitzer Friedrich Gotthelf
Striegler und Christiane Henriette Striegler geb. Gruhle aus Roitzsch. „Laßt die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht.“
(Mark. 10,14 – kleine Glocke).Die Glocken, die für die vielen Toten der
beiden Weltkriege klagten, sind selbst Opfer geworden. Sie wurden im
Zweiten Weltkrieg zu Kriegszwecken konfisziert und eingeschmolzen. Nur eine
der Bronzeglocken, die 1888 neu gegossen worden waren, kehrte nach
dem Krieg zurück. 1959
beschloss der Kirchenvorstand, das Geläut mit zwei Stahlgußglocken zu
ergänzen, die 1962 aufgezogen wurden. Die angestrebte Tonart war das Te-deum-Geläut
(a,c,d).. die Glocken Inschriften
lauten „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und
beladen seid; ich will euch erquicken. MT XI,28, Striegnitz a.D. 1960“ „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie
werden Gott schauen.“ MT V,8 Striegnitz a.D.1960.“ Zu
DDR-Zeiten führte die Striegnitzer Kirche über viele Jahre ein trauriges
Dasein. Durch Schäden im Kirchendach, die beim chronischen Materialmangel
nicht behoben werden konnten, brachen große Teile der Decke im Kirchenschiff
herunter, so daß über viele Jahre die Gottesdienste im Pfarrhaus stattfanden.
Von 1974 an wurde das Kirchenschiff wegen Baufälligkeit bis 1992 nicht mehr
benutzt. Die Winterkirche unter der Empore war der Gottesdienst- und
Gemeinderaum. Mit viel Energie wurde 1992 durch ABM-Maßnahmen das
Kirchenschiff beräumt und wieder benutzbar gemacht. Dafür sind wir sehr
dankbar. 1998 wurde die Orgel von Herrn Laubmann aus Loderhof bei Rottweil
im Schwarzwald restauriert. Die neugotischen Fenster sind zum
Teil 1998 erneuert wurden (92.000 DM, davon 12.000 DM Spenden). Im Jahr
2000 wurden statisch notwendige Sanierungsarbeiten am Kirchturm vorgenommen
(51.000 DM). Eine weitere Sanierung von Schäden im Dachgebälk des
Kirchenschiffes wurde vom Regierungspräsidium im Jahr 2001 nicht bewilligt
und mußte deshalb zurückgestellt werden. Auch wenn die Striegnitzer Kirche wieder
benutzbar ist, besteht noch ein immens großer Sanierungsbedarf, um wieder zu
einer gesicherten Gebäudesubstanz zu kommen. Aber ohne die Unterstützung
durch die Öffentlichkeit, den Freistaat, die Landeskirche und die Wirtschaft
ist dies für die kleine Gemeinde von 58 Gemeindegliedern, die im
Einzugsgebiet der Striegnitzer Kirche wohnen, unmöglich. Die
Kirchengebäude unserer Kirchgemeinden sind nicht nur Orte, an denen sich
unsere Gemeinden versammeln, sondern auch Gebäude, die das Landschaftsbild
der einzelnen Regionen und das Erscheinungsbild unserer Dörfer prägen.
Deshalb ist die Erhaltung und Pflege unserer Kirchengebäude nicht allein die
Aufgabe der Kirchgemeinden, sondern der ganzen Gesellschaft. |
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Im Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler von Georg
Dehio (Sachsen I) von 1996 wird die
Striegnitzer Kirche folgendermaßen beschrieben: STRIEGNITZ, Gem. Lommatsch, Kr. Meißen-Radebeul -
Inv. Meißen-Land Ev. Pfarrkirche. Saalbau, 1792 anstelle eines
Vorgängerbaus errichtet, der Westturm von 1888. Restaurierungen 1982 (außen),
1993 (innen). Schlichter Putzbau mit spitzbogigen Fenstern und
dreiseitig geschlossenem Chor. Sakristei nördlich am Chor, südlich
Betstubenanbau. Turm mit neugotischen Elementen. Inneres mit flacher
Putzdecke. Emporenanlage aus Holz, doppelgeschossig, an drei Seiten des
Saales, die Orgelempore konvex, wohl 1792. Einfacher Kanzelaltar, um 1792,
aus Holz, gefaßt, der Kanzelkorb zwischen je zwei korinthischen Säulen, das
Gebälk mit Zahnschnittfries, auf der Attika Vasenaufsätze. Taufe in Gußeisen,
1890; neugotischer Orgelprospekt, 1890. Auf dem Friedhof Grabdenkmal des Pastors Berthold
Kober (+ 1801), Sandsteinpfeiler, darauf Säulenstumpf. |
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Die über 800 jährige Geschichte von Striegnitz
können Sie nachlesen in: Dokumente zu 800 Jahre Striegnitz |
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Zur Geschichte der Kirchgemeinde
Striegnitz finden sich weitere Informationen: (Neue Sächsische Kirchengalerie)
Leipzig, 1902 |
Letzte Bearbeitung: 4.5.2011 (3)
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